ÜBERBLICK ÜBER DIE STEUERÄNDERUNGSGESETZE 2003

    Verteilt auf mehrere Gesetze ( Steueränderungsgesetz 2003, Investmentmodernisierungsgesetz,
    Korb-II-Gesetz, Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit, Gesetz zur Änderung des Gewerbesteuergesetzes und anderer Gesetze, Haushaltsbegleitgesetz, Gesetz zur Änderung des Tabaksteuergesetzes) wurden an Weihnachten 2003 zum Teil einschneidende und oft völlig überraschende Steuerechtsänderungen beschlossen.


    DAS WESENTLICHSTE:

  • Die Gemeindewirschaftssteuer unter Einbezug von Freiberuflern wurde fallen gelassen.
  • Anhebung des Grundfreibetrags auf  7.664 €.
  • Spitzensatz 2004: 45% (2005: 42%), anzuwenden ab 52.152 /104.304 €.
  • Eingangssatz 2004: 16% (2005: 15%).
     
  • WEITERE ÄNDERUNGEN / GEGENFINANZIERUNGEN (AUSZÜGE)
     

    EINKOMMENSTEUER

  • AfA (linear und degressiv) monatsgenau.
  • Die degressive AfA für Mietneubauwohnungen sinkt auf 10* 4%, 8* 2,5% und 32*1,25%. Hier unverändert volle Jahresafa auch bei unterjähriger Anschaffung /Herstellung.
  • 2-Jahresfrist für doppelte Haushaltsführung mit Wirkung ab 2003 (bei offenen Fällen auch früher) gestrichen. Jedoch noch unklar bei Steuerpflichtigen, welche am Heimatort keinen eigenen Hausstand haben.
  • Steuerfreie Zuschläge für Sonntags- und Nachtarbeit basieren auf einem max. Grundlohn in Höhe von 50 €.
  • Banken müssen ab 2004 eine zusammenfassende Bescheinigung über alle Kapitalerträge und Veräußerungsgeschäfte erstellen.
  • Für Baumaßnahmen ab 1.1.04 wird die alte Verwaltungsauffassung zum Anschaffungsnahen Aufwand (15% in 3 Jahren) gesetzlich verankert.
  • Größere Erhaltungsaufwendungen für überwiegend Wohnzwecken dienenden Gebäuden im Privatvermögen können wieder auf bis zu 5 Jahre gleichmäßig verteilt werden.
  • Bei verbilligter Wohnraumvermietung Anhebung der Grenze für vollen Werbungskostenabzug von 50% auf 56% (unter Berücksichtigung der neuen BFH-Rechtsprechung de facto auf 75%).
  • Minderung der Förderung von Baudenkmalen auf 8*9%, und 4*7% und bei Baudenkmalen oder Gebäuden in Sanierungsgebieten, die zu Wohnzwecken genutzt werden, auf 10*9%.
  • Einkunftsgrenzen für Kindergeld und Unterhaltszahlungen auf  7.680 € angehoben.
  • Entfernungspauschale einheitlich 30 Cent. Höchstgrenze (gilt nicht bei PKW) auf 4.500 € gesenkt.
  • Bei steuerfreier Sammelbeförderung keine Entfernungspauschale mehr.
  • Arbeitnehmerpauschale auf 920 € gesenkt.
  • Sparerfreibetrag auf 1.370 / 2.740 € gesenkt.
  • LV-Beiträge werden beim Sonderausgabenabzug nur noch mit 88 % angesetzt.
  • Steuerfreiheit bei Abfindungen auf 7.200 €, für 50-jährige mit 15 Jahren auf 9.000 € und bei 55-jährigen mit 20 Jahren auf 11.000 € gekürzt.
  • Der Haushaltsfreibetrag für Alleinstehende wurde durch einen neuen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende in Höhe von 1.308 € ersetzt. Diesen Abzug erhalten nur noch “echt” Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern. Sie dürfen nicht mit anderen Personen (z.B. Lebensgefährten, Eltern) zusammenleben.
  • Übergangsgelder /Beihilfen nur noch mit 10.800 € frei.
  • Heirats/Geburtshilfen nur noch mit 315 € befreit.
  • Steuerfreiheit der Job-Tickets gestrichen.
  • Sachprämien von Dritten (z.B. Miles & More) nur noch bis 1.080 € frei.
  • Steuerfreier Sachbezug auf monatlich 44 € gekürzt.
  • Rabattfreibetrag auf 1080 € gekürzt.
  • Vermögensbeteiligungen nur noch bis 135 € pro Jahr befreit.
  • Der halbe Steuersatz für betr. Veräußerungsgewinne steigt auf 56% des Normalsatzes, mindestens 19 %.
  • Der Freibetrag bei Unternehmensveräußerung sinkt auf 45.000 €, die Abschmelzungsgrenze auf 136.000 €.
  • Der Freibetrag bei Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften sinkt auf 9.060 €, die Abschmelzungsgrenze auf 36.100 €.
  • Kürzung des Bewirtungskostenabzugs auf 70%.
  • Grenze für Geschenkeabzug auf 35 € gesenkt.
  • Wiedereinführung der vollen Verlustverrechnung unter allen Einkunftsarten.
  • Voller Verlustvortrag nur bis 1 Mio € (Ehegatten 2 Mio), darüber hinaus Verlustverrechnung so beschränkt, dass 40% der überschießenden positiven Einkünfte verbleiben.

    KÖRPERSCHAFTSTEUER
  • Bei Kapitalgesellschaften neue 5%-ige Versteuerung von Ausschüttungen und Veräußerungsgewinnen in-und ausländischer Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften verbunden mit der Aufgabe des bisherigen Verbots des Abzugs von Betriebsausgaben, welche damit zusammenhängen.
  • Gleichstellung von Inländern mit Ausländern bei der Gesellschafterfremdfinanzierung.
  • Verlustvortrag beschränkt wie bei ESt

    WOHNBAUPRÄMIE
  • Wohnbauprämie sinkt auf 8,8 %.

    EIGENHEIMZULAGE
  • Eigenheimzulage ab 2004 (Altfälle laufen nach bisherigem Recht aus) für Alt- und Neubauten einheitlich
    1.250 € zuz. 800 € Kinderzulage für Neu-und Altbauten. Ausbauten und Erweiterungen werden nicht mehr gefördert. Neu gefördert werden auch Modernisierungsmaßnahmen innerhalb von 2 Jahren nach Erwerb.
    Einkunftsgrenzen für Erst-und Vorjahr zusammen auf 70.000 /140.000 € zuz. pro Kind 30.000 € gesenkt. Dabei jedoch eine wesentliche weitere Verschärfung: Die Einkunftsgrenze bezieht sich nun auf die Summe der positiven Einkünfte; Verluste aus einzelnen Einkunftsarten sind hierbei nicht mehr verrechenbar! Zusätzliche Verschärfung durch Ausschluss der bisherigen Möglichkeit durch getrennte Veranlagung und Zuordnung des Förderobjekts auf einen Ehegatten die Einkunftsgrenze zu unterschreiten.
    Andererseits wurde die Objektbegrenzung für ehemalige Ehegatten gelockert. Diese dürfen nun die Förderung für ein zweites Objekt zu Ende führen.

    ERBSCHAFT/SCHENKUNGSSTEUER
  • Abschmelzung § 13a ErbStG: Freibetrag Betriebsvermögen nur noch 225.000 € und Bewertungsabschlag nur noch 35 %. Darüber hinaus Einschränkung bei der Tarifentlastung für Erwerber, die nicht Kinder oder Ehegatten sind.

    GEWERBESTEUER
  • Mindestgewerbesteuerhebesatz 200 %, Gemeindewirtschaftssteuer auch für Freiberufler aufgegeben, Verlustvortrag auf 1 Mio €, darüber hinaus auf 60 % des verbleibenden Gewerbeertrags begrenzt.

    UMSATZSTEUER
  • Bei der Umsatzsteuer insbesondere Verschärfung der Rechnungserfordernisse, insb. Vorsteuerabzugsverbot bei Fehlen der Steuernummer bzw. USt-ID ab 1.1.2004, sowie grundsätzliche Festschreibung des Flächenschlüssels bei Vorsteueraufteilung gemischt genutzter Gebäude, Streichung der 50%-Vorsteuer-Kürzung bei auch privat verwendeten Betriebs-PKW einschließlich Wiedereinführung der Umsatzversteuerung der privaten PKW-Nutzung, Wiederzulassung des Vorsteuerabzugs auf Reisekosten des Unternehmers.
    Darüber hinaus wurden mit Wirkung ab der noch ausstehenden EU-Genehmigung 2 zusätzliche Fälle des Übergangs der Steuerschuldnerschaft auf den Leistungsempfänger eingeführt: Bauunternehmer und Bauhandwerker für ihre Subunternehmer sowie Grundstückserwerber für den Grundstücksveräußerer, wenn dieser zur Umsatzbesteuerung optiert hat, was ab 2004 nur im notariellen Vertrag beurkundet sein muss.

    WEITERE
  • 3-stufige Erhöhung der Tabaksteuer um je 1,2 Cent.
  • Steueramnestiegesetz mit Änderungen AO, insbesondere Zugriff auf Bankdaten betr. Kontoinhabern.